Smart Meter: Pflicht, Kosten und was sich für Photovoltaik ändert
Smart Meter werden für immer mehr Haushalte relevant.
Besonders häufig taucht das Thema auf, sobald eine Photovoltaikanlage, Wärmepumpe, Wallbox oder ein dynamischer Stromtarif geplant wird.
Dabei herrscht oft schon beim Begriff Verwirrung.
Ist jeder digitale Stromzähler ein Smart Meter?
Kann der Netzbetreiber damit Geräte abschalten?
Was kostet der Einbau?
Braucht eine 10-kWp-Photovoltaikanlage automatisch einen Smart Meter?
Und warum ist ein intelligenter Stromzähler für dynamische Stromtarife so wichtig?
Die wichtigste Unterscheidung zuerst:
Ein digitaler Stromzähler ist nicht automatisch ein Smart Meter.
Was ist ein Smart Meter?
Im deutschen Messstellenbetriebsgesetz wird offiziell vom intelligenten Messsystem, kurz iMSys, gesprochen.
Dieses besteht aus zwei Komponenten:
einer modernen digitalen Messeinrichtung
einem Smart-Meter-Gateway
Das Smart-Meter-Gateway ist die Kommunikationseinheit.
Erst durch diese sichere Verbindung kann der Zähler Messwerte automatisiert übertragen und mit weiteren energiewirtschaftlichen Systemen kommunizieren.
Im normalen Sprachgebrauch wird dieses intelligente Messsystem meist einfach als Smart Meter bezeichnet.
Was ist dann ein digitaler Stromzähler?
Ein digitaler Stromzähler wird offiziell als moderne Messeinrichtung bezeichnet.
Er misst Strom elektronisch und kann unter anderem historische Verbrauchswerte anzeigen.
Er besitzt aber noch keine aktive Kommunikationsverbindung nach außen.
Die Bundesnetzagentur erklärt den Unterschied sehr klar:
Eine moderne Messeinrichtung kann technisch mit einem Smart-Meter-Gateway verbunden werden, sendet aber ohne dieses Gateway keine Zählerstände automatisch an den Messstellenbetreiber.
Das bedeutet:
Digitaler Stromzähler = moderne Messeinrichtung
Digitaler Stromzähler + Smart-Meter-Gateway = intelligentes Messsystem / Smart Meter
Woran erkenne ich, was bei mir eingebaut ist?
Bei einer modernen Messeinrichtung befindet sich normalerweise ein digitaler Zähler im Zählerschrank.
Die Werte werden direkt am Gerät angezeigt.
Bei einem intelligenten Messsystem gibt es zusätzlich eine Kommunikationseinheit – das Smart-Meter-Gateway.
Wer sich unsicher ist, kann beim zuständigen Messstellenbetreiber nachfragen.
Dieser ist häufig, aber nicht zwingend, mit dem örtlichen Netzbetreiber verbunden.
Wer bekommt verpflichtend einen Smart Meter?
Das Messstellenbetriebsgesetz definiert mehrere sogenannte Pflichteinbaufälle.
Besonders relevant für private Haushalte sind derzeit drei Gruppen:
Haushalte mit mehr als 6.000 kWh Jahresstromverbrauch
Betreiber von Stromerzeugungsanlagen mit mehr als 7 kW installierter Leistung
Haushalte mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG
Dazu können beispielsweise Wärmepumpen und Wallboxen gehören.
Diese Fälle gehören zum gesetzlichen Smart-Meter-Rollout.
Bedeutet eine 10-kWp-Photovoltaikanlage also Smart-Meter-Pflicht?
Eine typische 10-kWp-Photovoltaikanlage liegt über der gesetzlichen Schwelle von 7 kW.
Damit gehört die Messstelle grundsätzlich zu den relevanten Pflichteinbaufällen des Smart-Meter-Rollouts.
Das bedeutet allerdings nicht zwingend, dass am Tag der PV-Montage sofort ein Smart Meter eingebaut wird.
Der Einbau erfolgt im Rahmen des gesetzlichen Rolloutplans durch den zuständigen Messstellenbetreiber.
Der Zeitpunkt kann deshalb von der eigentlichen Installation der PV-Anlage abweichen.
Was ist mit kleinen Photovoltaikanlagen unter 7 kW?
Bei Anlagen bis einschließlich 7 kW besteht allein aufgrund der PV-Leistung grundsätzlich nicht derselbe verpflichtende Einbaufall.
Der Messstellenbetreiber kann jedoch auch in optionalen Fällen ein intelligentes Messsystem installieren.
Außerdem kann ein Smart Meter aus anderen Gründen relevant werden – beispielsweise wegen des Stromverbrauchs oder einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung.
Was passiert bei mehr als 6.000 kWh Stromverbrauch?
Auch ohne Photovoltaikanlage kann ein Haushalt zum Smart-Meter-Pflichteinbaufall werden.
Liegt der durchschnittliche Jahresverbrauch über 6.000 kWh, ist nach dem Messstellenbetriebsgesetz grundsätzlich die Ausstattung mit einem intelligenten Messsystem vorgesehen.
Zur Einordnung wird grundsätzlich der Durchschnitt der letzten drei erfassten Jahresverbrauchswerte verwendet.
Liegen noch keine drei Werte vor, kann mit einer Verbrauchsprognose gearbeitet werden.
Das betrifft zunehmend Haushalte, die beispielsweise zusätzlich eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto nutzen.
Warum werden Smart Meter bei Wärmepumpen und Wallboxen wichtig?
Neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen können unter § 14a EnWG fallen.
Dazu gehören insbesondere bestimmte:
Wärmepumpen
Wallboxen
Batteriespeicher mit Netzbezug
weitere steuerbare Verbraucher
Für solche Anlagen sieht das Messstellenbetriebsgesetz ebenfalls ein intelligentes Messsystem und eine entsprechende Steuerungsmöglichkeit vor.
Damit wird der Smart Meter zunehmend zum Bindeglied zwischen Haus, Stromnetz und intelligentem Energiemanagement.
Mehr dazu erklären wir unter § 14a EnWG: Was Wärmepumpe, Wallbox und Stromspeicher wissen müssen.
Kann der Netzbetreiber mit einem Smart Meter einfach meinen Strom abschalten?
Nein.
Ein Smart Meter ist zunächst ein Mess- und Kommunikationssystem.
Allein der Einbau bedeutet nicht, dass dein kompletter Haushalt beliebig abgeschaltet werden kann.
Bei steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach § 14a gibt es zusätzliche Steuerungstechnik und gesetzlich geregelte Möglichkeiten zur netzorientierten Begrenzung bestimmter Geräte.
Das betrifft aber nicht pauschal den gesamten Haushaltsstrom.
Licht, Kühlschrank, Herd und normale Steckdosen werden dadurch nicht einfach abgeschaltet.
Smart Meter und §14a-Steuerung sollten deshalb nicht miteinander verwechselt werden.
Was kostet ein Smart Meter?
Das Messstellenbetriebsgesetz legt Preisobergrenzen fest.
Wie hoch der eigene Anteil ausfällt, hängt unter anderem vom Stromverbrauch und von der installierten Anlagenleistung ab.
Für einen Haushalt mit mehr als 6.000 bis einschließlich 10.000 kWh Jahresverbrauch liegt die gesetzliche Preisobergrenze für den Anschlussnutzer aktuell bei 40 Euro brutto pro Jahr.
Bei einem Jahresverbrauch von mehr als 10.000 bis einschließlich 20.000 kWh beträgt der Anteil des Anschlussnutzers maximal 50 Euro brutto pro Jahr.
Auch bei einer Erzeugungsanlage mit mehr als 7 bis einschließlich 15 kW liegt die entsprechende Preisobergrenze für den Anschlussnutzer aktuell bei maximal 50 Euro brutto jährlich.
Damit fällt eine typische 10-kWp-Photovoltaikanlage in genau diese Größenordnung.
Muss ich bei Photovoltaik plus Wärmepumpe doppelt bezahlen?
Nicht einfach automatisch.
Wenn an einem Zählpunkt mehrere Kriterien gleichzeitig erfüllt sind, beispielsweise:
Photovoltaikanlage über 7 kW
und
hoher Verbrauch
und
steuerbare Wärmepumpe,
werden die normalen Smart-Meter-Preisobergrenzen nicht einfach mehrfach addiert.
Das Messstellenbetriebsgesetz sieht bei mehreren gleichzeitig zutreffenden Einbaufällen grundsätzlich vor, dass maximal die höchste einschlägige fallbezogene Preisobergrenze zur Anwendung kommt.
Für zusätzliche Steuerungstechnik nach §14a können jedoch weitere gesetzlich geregelte Kosten entstehen.
Was kostet ein normaler digitaler Stromzähler?
Auch für moderne Messeinrichtungen gibt es eine gesetzliche Preisobergrenze.
Der Einbau und Betrieb darf für den Anschlussnutzer aktuell grundsätzlich maximal 25 Euro brutto pro Jahr kosten.
Damit ist ein normaler digitaler Zähler in der Regel günstiger als ein vollständiges intelligentes Messsystem.
Er kann allerdings auch deutlich weniger.
Werden irgendwann alle alten Stromzähler verschwinden?
Ja.
Das Messstellenbetriebsgesetz sieht vor, dass alle Messstellen spätestens bis Ende 2032 mindestens mit einer modernen Messeinrichtung ausgestattet sein sollen, sofern kein intelligentes Messsystem vorgesehen ist.
Der klassische alte Ferrariszähler mit Drehscheibe wird damit langfristig verschwinden.
Nicht jeder Haushalt erhält deswegen automatisch ein vollständiges Smart Meter.
Aber zumindest digitale Messtechnik wird zum Standard.
Kann ich den Einbau ablehnen?
Bei einem gesetzlichen oder zulässigen Rollout grundsätzlich nicht.
Das Messstellenbetriebsgesetz sieht vor, dass Anschlussnutzer die gesetzlich vorgesehene Ausstattung mit moderner Messeinrichtung oder intelligentem Messsystem nicht verhindern können.
Der Messstellenbetreiber muss den Einbau jedoch entsprechend ankündigen.
Warum ist ein Smart Meter für einen dynamischen Stromtarif notwendig?
Ein dynamischer Stromtarif funktioniert anders als ein klassischer Tarif mit einem festen Arbeitspreis.
Der Strompreis verändert sich im Tagesverlauf und orientiert sich typischerweise am Börsenstrompreis.
Damit der Stromanbieter weiß, wann wie viel Strom verbraucht wurde, benötigt er zeitlich aufgelöste Messwerte.
Genau dafür wird ein intelligentes Messsystem benötigt.
Die Bundesnetzagentur weist ausdrücklich darauf hin, dass für den Abschluss beziehungsweise die Nutzung eines dynamischen Stromtarifs ein intelligentes Messsystem notwendig ist.
Mehr dazu findest du unter Dynamischer Stromtarif mit Photovoltaik und Speicher.
Was bringt ein dynamischer Stromtarif mit Photovoltaik?
Photovoltaik und dynamische Tarife können sich ergänzen.
Tagsüber produziert die eigene Anlage Strom.
In Zeiten mit wenig Solarertrag kann günstiger Netzstrom interessant werden.
Noch spannender wird es mit einem steuerbaren Stromspeicher.
Ein intelligentes System könnte beispielsweise:
bei hohem Solarertrag den Speicher mit PV-Strom laden,
bei niedrigen Börsenpreisen günstigen Netzstrom nutzen,
bei hohen Strompreisen stärker auf den Speicher zurückgreifen.
Damit wird der Smart Meter zur technischen Grundlage für ein zunehmend flexibles Energiesystem.
Smart Meter und Stromspeicher
Auch Batteriespeicher entwickeln sich weiter.
Früher bestand ihre Hauptaufgabe häufig darin:
Solarstrom mittags speichern.
Am Abend wieder abgeben.
Inzwischen können moderne Systeme deutlich komplexer arbeiten.
In Kombination mit:
Smart Meter, dynamischem Tarif und Energiemanagement
kann ein Speicher teilweise auch auf Strompreise und Netzbedingungen reagieren.
Damit wird die Speichergröße allerdings nicht automatisch größer oder kleiner.
Entscheidend bleibt, wie das Gesamtsystem genutzt wird.
Mehr dazu findest du unter Wie groß sollte ein Stromspeicher sein?
Smart Meter und Wallbox
Auch ein Elektroauto ist ein sehr flexibler Stromverbraucher.
Das Fahrzeug steht oft viele Stunden am Ladepunkt und muss nicht zwingend sofort mit voller Leistung laden.
Damit entstehen Möglichkeiten:
Laden bei hohem PV-Überschuss.
Laden bei günstigen Strompreisen.
Laden zu netzdienlichen Zeiten.
Ein Smart Meter kann dabei wichtige Messdaten bereitstellen.
Die eigentliche intelligente Steuerung übernimmt anschließend beispielsweise die Wallbox oder ein Energiemanagementsystem.
Mehr zum Thema findest du unter Wallbox mit Photovoltaik: Elektroauto mit Solarstrom laden.
Smart Meter und Wärmepumpe
Auch Wärmepumpen besitzen einen gewissen zeitlichen Spielraum.
Ein Gebäude und ein Warmwasserspeicher können Wärme speichern.
Dadurch muss eine Wärmepumpe nicht immer exakt in der Sekunde laufen, in der Wärme benötigt wird.
Ein intelligentes Energiemanagement kann deshalb beispielsweise versuchen:
mehr Warmwasser bei PV-Überschuss zu erzeugen,
günstige Strompreiszeiten zu nutzen,
und Lasten besser über den Tag zu verteilen.
Das funktioniert allerdings nur, wenn Wärmepumpe, Steuerung und restliches Energiesystem technisch miteinander kommunizieren können.
Brauche ich mit einem Smart Meter noch ein HEMS?
Das sind zwei unterschiedliche Aufgaben.
Der Smart Meter misst und kommuniziert energiewirtschaftliche Daten.
Ein Home Energy Management System – kurz HEMS – koordiniert dagegen Verbraucher und Energieflüsse innerhalb des Hauses.
Vereinfacht:
Smart Meter: Was passiert am Netzanschluss?
HEMS: Was soll im Haus wann laufen?
Ein HEMS kann beispielsweise entscheiden:
Speicher laden.
Wallbox starten.
Wärmepumpe bevorzugen.
Solarüberschuss verteilen.
Das Smart Meter liefert dabei zusätzliche Informationen beziehungsweise ermöglicht bestimmte Tarife und Netzprozesse.
Beide Systeme können sich ergänzen.
Was passiert mit meinen Daten?
Smart Meter übertragen deutlich mehr Informationen als ein alter analoger Stromzähler.
Deshalb gelten dafür besondere Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit.
Das Smart-Meter-Gateway bildet die sichere Kommunikationseinheit des Systems. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass sowohl die Gateways als auch deren Administratoren die entsprechenden Zertifizierungsanforderungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik erfüllen müssen.
Die Daten sollen also nicht einfach über eine beliebige Internetverbindung ungeschützt übertragen werden.
Kann ich meinen Stromverbrauch mit einem Smart Meter besser sehen?
Ja.
Genau hier liegt auch ein praktischer Vorteil.
Bei einem intelligenten Messsystem erhält der Messstellenbetreiber Messwerte automatisiert.
Außerdem muss Verbrauchern eine kostenlose monatliche Übersicht über Energieverbrauch und entstandene Kosten bereitgestellt werden.
Damit lassen sich Verbrauchsmuster deutlich besser erkennen als mit einer einzigen jährlichen Ablesung.
Zum Beispiel:
Wann ist der Verbrauch besonders hoch?
Wie viel Strom wird nachts benötigt?
Wie verändert eine Wärmepumpe den Verbrauch?
Was passiert nach Installation eines Elektroautos?
Solche Daten können wiederum bei einer späteren Optimierung von Photovoltaik und Speicher helfen.
Brauche ich einen Smart Meter schon für meine Photovoltaikplanung?
Nicht unbedingt für die erste Auslegung.
Für eine PV-Planung sind zunächst andere Daten besonders wichtig:
bisheriger Jahresstromverbrauch
Dachfläche
Ausrichtung
Verschattung
zukünftige Verbraucher
Wärmepumpe
Elektroauto
Verbrauchszeiten
Wenn jedoch bereits detaillierte Smart-Meter-Daten vorhanden sind, können diese sehr hilfreich sein.
Dann lässt sich deutlich genauer erkennen, wann der Haushalt Strom benötigt.
Das kann besonders für die Dimensionierung eines Speichers interessant sein.
Ein Beispiel: 10 kWp PV, Wärmepumpe und Elektroauto
Stellen wir uns ein modernes Einfamilienhaus vor.
Photovoltaikanlage: 10 kWp
Stromspeicher: 10 kWh
Wärmepumpe
Wallbox
Elektroauto
Hier treffen gleich mehrere Themen zusammen.
Die PV-Anlage liegt über 7 kW.
Die Wärmepumpe kann eine steuerbare Verbrauchseinrichtung sein.
Der Haushaltsverbrauch kann durch Heizung und Auto deutlich über 6.000 kWh steigen.
Ein intelligentes Messsystem wird deshalb für ein solches Energiesystem zunehmend zum normalen Bestandteil der Infrastruktur.
Und genau hier zeigt sich, warum der Smart Meter langfristig wichtiger wird.
Er ist nicht einfach nur ein neuer Stromzähler.
Er ist eine Schnittstelle zwischen:
Haus,
Stromnetz,
Tarif,
Erzeugung
und flexiblen Verbrauchern.
Muss ich wegen eines Smart Meters meinen Stromanbieter wechseln?
Nein.
Messstellenbetrieb und Stromlieferung sind unterschiedliche Bereiche.
Der Messstellenbetreiber ist für die Messtechnik zuständig.
Der Stromlieferant liefert beziehungsweise verrechnet den Strom.
Ein Smart Meter verpflichtet dich nicht automatisch zu einem bestimmten Stromtarif.
Du kannst dadurch allerdings zusätzliche Tarifmodelle wie dynamische Stromtarife nutzen.
Kann ich selbst einen Smart Meter bestellen?
Grundsätzlich gibt es auch die Möglichkeit eines optionalen Einbaus beziehungsweise eines wettbewerblichen Messstellenbetreibers.
Für optionale Einbaufälle sieht das Messstellenbetriebsgesetz ebenfalls Preisobergrenzen vor.
Das kann beispielsweise interessant sein, wenn jemand einen dynamischen Stromtarif nutzen möchte, obwohl der reguläre Rollout bei ihm noch nicht erfolgt ist.
Vorher sollte aber geklärt werden:
Wer ist der Messstellenbetreiber?
Welche einmaligen Kosten entstehen möglicherweise?
Wie lange dauert der Einbau?
Ist das System mit dem gewünschten Stromtarif kompatibel?
Häufige Fragen zu Smart Metern
Ist jeder digitale Stromzähler ein Smart Meter?
Nein. Ein digitaler Stromzähler ist zunächst eine moderne Messeinrichtung. Erst zusammen mit einem Smart-Meter-Gateway entsteht ein intelligentes Messsystem.
Brauche ich bei einer 10-kWp-PV-Anlage einen Smart Meter?
Anlagen mit mehr als 7 kW installierter Leistung gehören zu den relevanten Pflichteinbaufällen des gesetzlichen Smart-Meter-Rollouts.
Brauche ich bei mehr als 6.000 kWh Stromverbrauch einen Smart Meter?
Ja, Haushalte mit mehr als 6.000 kWh durchschnittlichem Jahresstromverbrauch gehören grundsätzlich zu den Pflichteinbaufällen.
Brauche ich einen Smart Meter für einen dynamischen Stromtarif?
Ja. Die Bundesnetzagentur nennt ein intelligentes Messsystem als Voraussetzung für einen dynamischen Stromtarif.
Kann ich einen Smart Meter ablehnen?
Bei einem gesetzlich vorgesehenen beziehungsweise zulässigen Einbau grundsätzlich nicht.
Was kostet ein Smart Meter bei einer 10-kWp-PV-Anlage?
Für Anlagen mit mehr als 7 bis einschließlich 15 kW liegt die gesetzliche Preisobergrenze für den Anschlussnutzer derzeit bei maximal 50 Euro brutto pro Jahr für den Messstellenbetrieb. Zusätzliche Kosten können bei weiteren notwendigen Leistungen beziehungsweise Steuerungseinrichtungen entstehen.
Kann der Netzbetreiber mit dem Smart Meter meinen gesamten Haushalt abschalten?
Nein. Ein intelligentes Messsystem ist zunächst ein Mess- und Kommunikationssystem. Die Steuerung bestimmter Verbrauchseinrichtungen nach §14a ist ein eigener gesetzlich geregelter Prozess und betrifft nicht einfach den gesamten Haushaltsstrom.
Sind Smart-Meter-Daten geschützt?
Für Smart-Meter-Gateways gelten besondere Sicherheitsanforderungen. Die Kommunikationseinheit und deren Administrator müssen die gesetzlichen beziehungsweise BSI-bezogenen Zertifizierungsanforderungen erfüllen.
Fazit: Smart Meter werden zum Herzstück des intelligenten Energiesystems
Der Smart Meter ist mehr als ein digitaler Ersatz für den alten Stromzähler.
Er ermöglicht automatisierte Messdaten, dynamische Stromtarife und bildet eine wichtige technische Grundlage für die zunehmende Vernetzung von:
Photovoltaik,
Stromspeicher,
Wärmepumpe,
Wallbox,
Elektroauto
und Stromnetz.
Besonders relevant ist er für Haushalte mit mehr als 6.000 kWh Stromverbrauch, Photovoltaikanlagen über 7 kW oder steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach §14a.
Für einen typischen zukünftigen Haushalt mit Photovoltaikanlage, Wärmepumpe und Elektroauto wird ein intelligentes Messsystem deshalb zunehmend zur normalen Infrastruktur gehören.
Trotzdem sollte man Smart Meter und Energiemanagement nicht verwechseln.
Der Smart Meter liefert und überträgt Messwerte.
Ein Energiemanagement entscheidet, was mit diesen Informationen im Haus passiert.
Genau dieses Zusammenspiel wird in den kommenden Jahren immer wichtiger.
Denn ein modernes Zuhause wird nicht nur selbst Strom erzeugen.
Es wird zunehmend entscheiden können, wann dieser Strom erzeugt, gespeichert, verbraucht oder günstig aus dem Netz bezogen wird.