Photovoltaik und Wärmepumpe in Spenge: So werden beide Systeme sinnvoll geplant

Wer eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe plant, hat zunächst eine einfache Rechnung im Kopf:

Die Photovoltaikanlage erzeugt Strom.
Die Wärmepumpe benötigt Strom.

Also passt beides perfekt zusammen.

Grundsätzlich stimmt das. In der Praxis entscheidet aber die Planung darüber, wie gut beide Systeme tatsächlich miteinander funktionieren.

Denn die Photovoltaikanlage produziert den meisten Strom im Frühjahr und Sommer. Eine Wärmepumpe benötigt dagegen gerade in den kalten Monaten besonders viel Energie.

Das bedeutet nicht, dass sich die Kombination nicht lohnt. Im Gegenteil. Aber sie sollte realistisch geplant werden.

Gerade wenn ohnehin beide Investitionen anstehen, würden wir Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpe und elektrische Infrastruktur nicht als vier voneinander getrennte Produkte betrachten.

Warum Photovoltaik und Wärmepumpe gut zusammenpassen

Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme und benötigt dafür elektrische Energie.

Ein Teil dieses Stroms kann direkt von der eigenen Photovoltaikanlage kommen.

Besonders interessant sind die Übergangsmonate.

Im Frühjahr und Herbst produziert die PV-Anlage häufig bereits beziehungsweise noch ordentlich Solarstrom, während gleichzeitig Wärme für das Gebäude benötigt wird.

Im Sommer kann die Wärmepumpe je nach System vor allem die Warmwasserbereitung übernehmen. Einige Wärmepumpensysteme können außerdem zur Kühlung eingesetzt werden.

Eine Photovoltaikanlage kann diesen Strombedarf teilweise direkt decken.

Die Verbraucherzentrale weist ebenfalls darauf hin, dass vorhandene oder geplante Photovoltaik bei der Auslegung und Nutzung einer Wärmepumpenanlage berücksichtigt werden sollte.

Kann eine Photovoltaikanlage die Wärmepumpe im Winter komplett versorgen?

Bei einem normalen Einfamilienhaus in der Regel nicht.

Genau an diesem Punkt sollte man mit unrealistischen Versprechen vorsichtig sein.

Im Winter treffen zwei Effekte aufeinander:

Der Wärmebedarf des Hauses steigt.

Gleichzeitig produziert die Photovoltaikanlage deutlich weniger Energie als im Sommer.

Auch eine große PV-Anlage macht ein Haus deshalb normalerweise nicht vollständig unabhängig vom Stromnetz.

Das Ziel sollte vielmehr sein, über das gesamte Jahr möglichst viel selbst erzeugten Solarstrom sinnvoll zu nutzen.

Im Frühjahr und Herbst kann der Anteil für die Wärmepumpe deutlich größer sein. Im Winter wird zusätzlich Strom aus dem Netz benötigt.

Warum die Wärmepumpe schon bei der PV-Größe berücksichtigt werden sollte

Angenommen, ein Haushalt verbraucht heute 3.500 kWh Strom im Jahr.

Wird die Photovoltaikanlage ausschließlich anhand dieses heutigen Verbrauchs ausgelegt, erscheint vielleicht eine relativ kleine Anlage ausreichend.

Zwei Jahre später wird die Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt.

Zusätzlich kommt vielleicht noch ein Elektroauto.

Der Strombedarf des Hauses sieht plötzlich völlig anders aus.

Wenn auf dem Dach ursprünglich deutlich mehr Module Platz gehabt hätten, lässt sich diese Entscheidung später nicht immer so einfach korrigieren.

Deshalb betrachten wir nicht nur den heutigen Stromverbrauch.

Interessant sind auch die nächsten Jahre:

Ist eine Wärmepumpe geplant?

Kommt eine Wallbox?

Soll später gekühlt werden?

Wird ein Stromspeicher installiert?

Ändert sich die Nutzung des Gebäudes?

Bei geeigneter Dachfläche kann es deshalb sinnvoll sein, die Photovoltaikanlage größer zu planen, als es der aktuelle Haushaltsstrom allein vermuten lässt.

Was unterschiedliche Anlagengrößen wirtschaftlich bedeuten können, erklären wir unter Photovoltaik Kosten Spenge.

Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe?

Eine pauschale Zahl für jedes Haus wäre unseriös.

Der Stromverbrauch hängt unter anderem ab von:

Gebäudegröße,

Wärmebedarf,

Dämmstandard,

gewünschter Raumtemperatur,

Warmwasserverbrauch,

Heizflächen,

Vorlauftemperatur

und der Effizienz der Wärmepumpe.

Zwei Häuser mit jeweils 150 Quadratmetern Wohnfläche können deshalb einen völlig unterschiedlichen Wärmepumpenverbrauch haben.

Genau deswegen sollte die Wärmepumpe nicht allein anhand der Wohnfläche ausgewählt werden.

Wichtiger ist die tatsächliche Heizlast des Gebäudes.

Muss ein Haus für eine Wärmepumpe komplett saniert sein?

Nein.

Das ist eines der hartnäckigsten Missverständnisse rund um Wärmepumpen.

Eine Wärmepumpe funktioniert nicht ausschließlich im Neubau oder in einem vollständig gedämmten Gebäude.

Entscheidend ist vielmehr, mit welchen Temperaturen das Haus an kalten Tagen beheizt werden kann.

Große Heizflächen und niedrige Vorlauftemperaturen sind grundsätzlich günstig.

Eine Fußbodenheizung ist deshalb hilfreich, aber ebenfalls keine zwingende Voraussetzung.

Auch bestehende Heizkörper können geeignet sein oder gezielt durch größere Modelle ersetzt werden.

Bevor eine Wärmepumpe angeboten wird, sollte deshalb das Gebäude betrachtet werden.

Das passt auch zu unserer grundsätzlichen Planung:

Erst das Zuhause. Dann die Technik.

Was hat die kommunale Wärmeplanung in Spenge damit zu tun?

Spenge befindet sich aktuell mitten in der kommunalen Wärmeplanung.

Die Stadt hat rund 14.500 Einwohner und muss ihren Wärmeplan nach eigenen Angaben bis zum 30. Juni 2028 fertigstellen.

Dabei soll untersucht werden, wie die Wärmeversorgung in den verschiedenen Bereichen der Stadt langfristig klimafreundlicher gestaltet werden kann.

Für Hauseigentümer führt das manchmal zu der Frage:

Soll ich mit meiner Wärmepumpe warten, bis die Wärmeplanung abgeschlossen ist?

Pauschal würden wir das nicht empfehlen.

Eine kommunale Wärmeplanung ist zunächst eine strategische Planung für das gesamte Stadtgebiet.

Sie beantwortet nicht automatisch die Frage, welches Heizsystem heute für ein konkretes Einfamilienhaus technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Wer beispielsweise eine ältere Heizung ersetzen muss und ein Gebäude hat, das sich gut für eine Wärmepumpe eignet, sollte die Situation des eigenen Hauses prüfen.

Gleichzeitig sollte bei einer langfristigen Entscheidung natürlich betrachtet werden, welche Perspektiven für den jeweiligen Standort bestehen.

Muss eine neue Wärmepumpe bei Westfalen Weser Netz angemeldet werden?

Bei neuen Wärmepumpen spielt auch die elektrische Netzseite eine Rolle.

Für neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen mit einer Netzanschlussleistung von mehr als 4,2 kW gelten grundsätzlich die Regeln des § 14a EnWG.

Dazu gehören unter anderem Wärmepumpen, private Wallboxen sowie unter bestimmten Voraussetzungen Batteriespeicher und Klimaanlagen.

Der Hintergrund: Netzbetreiber dürfen den Strombezug solcher Geräte in einer akuten Netzengpasssituation zeitweise reduzieren.

Im Gegenzug erhalten Betreiber eine Reduzierung beim Netzentgelt.

Für Spenge ist dabei häufig Westfalen Weser Netz relevant.

Den Netzprozess für Photovoltaikanlagen haben wir deshalb separat unter Photovoltaik bei Westfalen Weser Netz anmelden erklärt.

Kann der Netzbetreiber meine Wärmepumpe einfach abschalten?

Nein.

Die häufig verwendete Formulierung „Der Netzbetreiber darf die Wärmepumpe abschalten“ beschreibt die Regelung falsch.

Bei einer akuten Überlastung des lokalen Stromnetzes darf der Strombezug einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung reduziert werden.

Die Bundesnetzagentur schreibt ausdrücklich vor, dass weiterhin eine Mindestleistung zur Verfügung stehen muss. Der normale Haushaltsstrom ist davon ebenfalls nicht betroffen.

Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass die Einschränkungen nur selten notwendig sein werden.

Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum bei PV und Wärmepumpe nicht nur auf Module und Heizleistung geschaut werden sollte.

Auch Zählerschrank, Messkonzept und elektrische Infrastruktur gehören zur Planung.

Welches Netzentgeltmodell passt zu einer Wärmepumpe?

Mit § 14a gibt es unterschiedliche Möglichkeiten zur Netzentgeltreduzierung.

Besonders interessant für Wärmepumpen kann das sogenannte Modul 2 sein.

Dabei wird der Netzentgelt-Arbeitspreis auf 40 Prozent reduziert. Dafür ist allerdings ein separater Zähler für die steuerbare Verbrauchseinrichtung erforderlich.

Alternativ gibt es unter anderem eine pauschale Netzentgeltreduzierung.

Welche Variante wirtschaftlich besser ist, hängt vom Verbrauch und vom Messkonzept ab.

Gerade wenn gleichzeitig Photovoltaik, Wärmepumpe und Batteriespeicher geplant werden, sollte das Zählerkonzept deshalb früh betrachtet werden.

Brauche ich für PV und Wärmepumpe einen Stromspeicher?

Nicht zwingend.

Photovoltaik und Wärmepumpe können auch ohne Batteriespeicher sinnvoll miteinander kombiniert werden.

Der Speicher erfüllt eine andere Aufgabe:

Er verschiebt Solarstrom vom Zeitpunkt der Erzeugung auf einen späteren Zeitpunkt.

Das kann beispielsweise am Abend und in der Nacht interessant sein.

Bei einer Wärmepumpe sollte aber nicht automatisch ein besonders großer Speicher gewählt werden.

Wenn die Wärmepumpe tagsüber gezielt dann arbeitet, wenn die PV-Anlage Strom erzeugt, kann direkter Eigenverbrauch sinnvoller sein, als den Strom zunächst in einer Batterie zwischenzuspeichern.

Ein Speicher kann trotzdem sehr gut zum Gesamtsystem passen.

Entscheidend ist die richtige Dimensionierung.

Mehr dazu erklären wir ausführlich unter Stromspeicher Spenge.

Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt ebenfalls, Batteriespeicher nicht unnötig groß auszulegen.

Energiemanagement wird wichtiger als einzelne Geräte

Früher bestand eine Photovoltaikanlage im Wesentlichen aus Modulen und Wechselrichter.

Heute kann ein Einfamilienhaus schnell aus mehreren miteinander verbundenen Komponenten bestehen:

Photovoltaik.

Batteriespeicher.

Wärmepumpe.

Wallbox.

Klimaanlage.

Dynamischer Stromtarif.

Dann reicht es nicht mehr, jedes Produkt für sich zu betrachten.

Interessanter wird die Frage:

Wann produziert die Photovoltaikanlage Energie?

Wann benötigt die Wärmepumpe Strom?

Wann wird das Fahrzeug geladen?

Wann sollte der Batteriespeicher geladen oder entladen werden?

Und wann ist Netzstrom besonders günstig?

Genau hier kommt ein Energiemanagementsystem ins Spiel.

Es kann dabei helfen, verschiedene Verbraucher und Erzeuger aufeinander abzustimmen und den Eigenverbrauch zu erhöhen.

Auch die Verbraucherzentrale nennt die Vernetzung von Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox ausdrücklich als sinnvollen Anwendungsfall für Energiemanagement.

Welche Förderung gibt es für Wärmepumpen?

Für den Einbau einer klimafreundlichen Heizung in einem bestehenden Wohngebäude steht weiterhin die KfW-Heizungsförderung zur Verfügung.

Die Grundförderung beträgt aktuell 30 Prozent der förderfähigen Kosten.

Für selbstnutzende Eigentümer können abhängig von der persönlichen Situation weitere Förderbausteine hinzukommen.

Nach den 2026 angepassten Förderbedingungen kann die Förderung in bestimmten Fällen bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten erreichen.

Die genaue Förderhöhe hängt unter anderem von der bisherigen Heizung, dem Haushaltsjahreseinkommen und weiteren Voraussetzungen ab.

Wichtig ist dabei:

Die Wärmepumpenförderung macht die Photovoltaikanlage nicht automatisch zum förderfähigen Bestandteil derselben Maßnahme.

Technisch können beide Systeme gemeinsam geplant werden. Förderrechtlich müssen die jeweiligen Voraussetzungen trotzdem getrennt betrachtet werden.

Sollte zuerst Photovoltaik oder zuerst Wärmepumpe geplant werden?

Wenn beide Systeme ohnehin in absehbarer Zeit kommen sollen, würden wir diese Frage möglichst vermeiden.

Besser ist:

beides gleichzeitig planen – auch wenn nicht alles gleichzeitig gebaut wird.

Ein Beispiel:

Die Photovoltaikanlage soll dieses Jahr installiert werden.

Die Wärmepumpe vielleicht erst in zwei Jahren.

Dann kann die PV-Anlage trotzdem bereits so dimensioniert werden, dass der zukünftige Strombedarf berücksichtigt wird.

Auch Wechselrichter, Speicher, Energiemanagement und Zählerschrank können entsprechend geplant werden.

Umgekehrt gilt dasselbe.

Wer jetzt eine Wärmepumpe einbaut und Photovoltaik später ergänzen möchte, sollte bereits überlegen, wie beide Systeme später zusammenspielen sollen.

Das kann spätere Umbauten vermeiden.

Herstellerunabhängige Planung wird bei der Kombination besonders wichtig

Bei einer einzelnen Photovoltaikanlage lässt sich ein vorgefertigtes System vergleichsweise leicht anbieten.

Bei PV plus Wärmepumpe wird es komplexer.

Das Gebäude gibt vor, welche Heizleistung benötigt wird.

Das Dach bestimmt die mögliche PV-Leistung.

Der Verbrauch beeinflusst den Speicher.

Der Zählerschrank begrenzt beziehungsweise beeinflusst die elektrische Umsetzung.

Und die gewünschten Funktionen bestimmen, welche Systeme miteinander kommunizieren sollten.

Deshalb sollte nicht zuerst feststehen:

„Wir verbauen Hersteller X.“

Sondern:

„Welche Technik passt zu diesem Haus?“

Herstellerunabhängige Planung bedeutet für uns dabei nicht, möglichst viele Marken anzubieten.

Es bedeutet, die Technik nicht zum Ausgangspunkt der Beratung zu machen.

Was würden wir bei einem Haus in Spenge zuerst prüfen?

Bevor konkrete Produkte ausgewählt werden, wären für uns insbesondere folgende Punkte interessant:

Wie hoch ist der bisherige Heizenergieverbrauch?

Welche Heizung ist aktuell verbaut?

Wie alt ist sie?

Welche Vorlauftemperaturen werden benötigt?

Welche Heizflächen gibt es?

Wie groß ist die nutzbare Dachfläche?

Wie hoch ist der Haushaltsstromverbrauch?

Ist eine Wallbox geplant?

Soll ein Stromspeicher eingebaut werden?

Wie sieht der Zählerschrank aus?

Und welche Veränderungen sind in den kommenden Jahren geplant?

Erst danach ergibt sich sinnvoll:

PV-Leistung.

Wärmepumpenleistung.

Speichergröße.

Wechselrichter.

Energiemanagement.

Und die elektrische Systemarchitektur.

Fazit: PV und Wärmepumpe nicht als zwei getrennte Käufe betrachten

Photovoltaik und Wärmepumpe passen grundsätzlich sehr gut zusammen.

Die Kombination funktioniert aber am besten, wenn beide Systeme von Anfang an miteinander gedacht werden.

Eine Photovoltaikanlage sollte nicht nur auf den heutigen Haushaltsstrom optimiert werden, wenn bereits feststeht, dass der Stromverbrauch durch eine Wärmepumpe deutlich steigen wird.

Gleichzeitig sollte eine Wärmepumpe nicht einfach anhand der Wohnfläche ausgewählt werden.

Entscheidend sind das Gebäude, der Wärmebedarf und die vorhandenen Heizflächen.

Gerade bei einem größeren Modernisierungsprojekt ist deshalb ein Gesamtblick sinnvoll:

Dach.

Heizung.

Stromverbrauch.

Speicher.

Wallbox.

Zählerschrank.

Und zukünftige Nutzung.

So entsteht kein Sammelsurium einzelner Geräte, sondern ein Energiesystem, das zum Haus passt.

Photovoltaik und Wärmepumpe in Spenge planen

Du möchtest Photovoltaik und Wärmepumpe für dein Haus gemeinsam betrachten oder zunächst herausfinden, welche Lösung sinnvoll ist?

Mehr zur Photovoltaikplanung vor Ort findest du unter Photovoltaik in Spenge.

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