10 kWp Photovoltaik und 10 kWh Stromspeicher.
Diese Kombination findet sich in sehr vielen Angeboten. Sie kann gut passen – muss es aber nicht.
Ein Stromspeicher sollte nicht deshalb 10 kWh groß sein, weil auf dem Dach ungefähr 10 kWp Photovoltaik installiert werden. Entscheidend ist vielmehr, wie viel Strom im Haus verbraucht wird und zu welchen Tageszeiten dieser Verbrauch entsteht.
Ein Zwei-Personen-Haushalt ohne größere elektrische Verbraucher braucht eine andere Lösung als ein Gebäude mit Wärmepumpe, Wallbox und Klimaanlage.
Deshalb betrachten wir den Batteriespeicher nicht als feste Zugabe zur Photovoltaikanlage.
Er muss zum Haus passen.
Was bringt ein Stromspeicher überhaupt?
Eine Photovoltaikanlage produziert ihren Strom überwiegend tagsüber.
Viele Haushalte haben ihren höheren Stromverbrauch aber morgens und abends:
Frühstück.
Kochen.
Waschmaschine.
Fernseher.
Beleuchtung.
Haushaltsgeräte.
Ohne Speicher wird überschüssiger Solarstrom tagsüber ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Am Abend wird wiederum Strom aus dem Netz bezogen.
Ein Batteriespeicher verschiebt einen Teil der eigenen Solarenergie vom Tag in die späteren Stunden.
Damit steigen in der Regel sowohl der Eigenverbrauch als auch der Autarkiegrad.
Die Verbraucherzentrale NRW nennt für ein typisches Einfamilienhaus ungefähr 25 bis 30 Prozent Autarkie mit Photovoltaik allein. Mit einem passend dimensionierten Batteriespeicher können laut Verbraucherzentrale Werte von bis zu etwa 70 Prozent möglich sein.
100 Prozent Unabhängigkeit sollte man daraus allerdings nicht ableiten.
Gerade im Winter produziert eine Photovoltaikanlage teilweise über längere Zeiträume wenig Strom. Ein größerer Batteriespeicher kann keine Energie speichern, die vorher gar nicht erzeugt wurde.
Wie groß sollte ein Stromspeicher sein?
Hier wird es interessanter als bei der Frage „Welcher Hersteller ist der beste?“.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt als groben Richtwert etwa 1,5 kWh Batteriekapazität je 1.000 kWh Jahresstromverbrauch.
Bei kleineren Photovoltaikanlagen sollte die Speicherkapazität außerdem nicht deutlich größer sein als die installierte PV-Leistung.
Bei einem Jahresverbrauch von beispielsweise 5.000 kWh nennt die Verbraucherzentrale rund 7,5 kWh Speicherkapazität als mögliche Orientierung.
Das ist allerdings ein Richtwert und keine Planungsformel.
Denn zwei Haushalte mit 5.000 kWh Jahresverbrauch können völlig unterschiedliche Lastprofile haben.
Ein Haushalt verbraucht vielleicht viel Strom tagsüber im Homeoffice und kann Solarstrom direkt nutzen.
Beim anderen ist tagsüber niemand zuhause und ein größerer Teil des Verbrauchs entsteht erst abends.
Obwohl beide auf der Jahresabrechnung dieselben 5.000 kWh sehen, kann eine andere Speichergröße sinnvoll sein.
5, 10 oder 15 kWh – wann passt was?
Eine pauschale Zuordnung wäre unseriös. Trotzdem lassen sich typische Unterschiede erklären.
Ein kleinerer Speicher kann interessant sein, wenn der Haushaltsstromverbrauch eher gering ist und viele Verbraucher bereits tagsüber laufen.
Ein Speicher um 10 kWh kann bei einem größeren Einfamilienhaus mit entsprechendem Verbrauch gut passen.
15 kWh und mehr können sinnvoll werden, wenn der Strombedarf tatsächlich höher liegt, zusätzliche elektrische Verbraucher vorhanden sind oder bestimmte Ersatzstromanforderungen bestehen.
Aber:
Ein größerer Speicher ist nicht automatisch der bessere Speicher.
Wenn ein 15-kWh-System die meiste Zeit nur zwischen 60 und 100 Prozent Ladezustand pendelt, wurde ein erheblicher Teil der Kapazität bezahlt, ohne regelmäßig genutzt zu werden.
Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass Heimspeicher in der Praxis häufig zu groß dimensioniert werden.
Warum ein zu großer Speicher sogar Nachteile haben kann
Mehr Kapazität klingt zunächst immer positiv.
Mehr Unabhängigkeit.
Mehr Reserven.
Mehr Solarstrom für die Nacht.
In der Realität flacht der zusätzliche Nutzen irgendwann ab.
Wenn ein kleinerer Speicher bereits einen großen Teil des Strombedarfs zwischen Abend und Morgen abdecken kann, bringt jedes weitere Kilowattstunde Speicherkapazität zunehmend weniger zusätzlichen Eigenverbrauch.
Dafür steigen:
Anschaffungskosten,
Kapitalbindung
und teilweise Standby-Verluste.
Hinzu kommt die Alterung der Batterie.
Die Verbraucherzentrale nennt für heutige Batteriespeicher eine erwartbare Lebensdauer von ungefähr 10 bis 15 Jahren. Ein dauerhaft sehr hoher Ladezustand kann sich ungünstig auf die Alterung auswirken.
Deshalb bevorzugen wir einen Speicher, der tatsächlich arbeitet, gegenüber einem großen Speicher, der vor allem auf dem Datenblatt beeindruckt.
Was kostet ein Stromspeicher aktuell?
Hier gibt es mittlerweile brauchbare Vergleichsdaten.
Die Verbraucherzentrale NRW hat 70 reale Angebote aus dem Zeitraum Januar 2025 bis August 2026 ausgewertet.
Die durchschnittlichen Angebotspreise lagen dabei ungefähr bei:
4 bis 6 kWh: 510 €/kWh
über 6 bis 8 kWh: 480 €/kWh
über 8 bis 10 kWh: 410 €/kWh
über 10 bis 12 kWh: 390 €/kWh
über 12 bis 16 kWh: 360 €/kWh
Dabei handelt es sich um Batteriespeicher, die gemeinsam mit einer Photovoltaikanlage angeboten wurden.
Das erklärt auch, warum größere Speicher auf den ersten Blick attraktiv wirken:
Der Preis je kWh sinkt.
Aber genau hier sollte man aufpassen.
Ein günstiger Preis je kWh macht einen unnötig großen Speicher nicht wirtschaftlich.
Wenn 8 kWh zum Haushalt passen, werden 15 kWh nicht dadurch besser, dass jede einzelne Kilowattstunde Speicherkapazität etwas weniger kostet.
Was eine gesamte Photovoltaikanlage inklusive möglicher Zusatzarbeiten kosten kann, behandeln wir unter Photovoltaik Kosten Spenge.
Was verändert eine Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe erhöht den Stromverbrauch eines Hauses deutlich.
Deshalb gehört sie unbedingt in die Planung.
Trotzdem gilt nicht:
Wärmepumpe vorhanden = Speicher verdoppeln.
Gerade tagsüber kann es sinnvoll sein, die Wärmepumpe möglichst direkt mit Solarstrom zu versorgen. Dann wird die erzeugte Energie genutzt, ohne sie vorher durch die Batterie zu schicken.
Hinzu kommt das saisonale Problem:
Die Wärmepumpe benötigt im Winter besonders viel Energie. Genau dann liefert die Photovoltaikanlage am wenigsten.
Ein riesiger Batteriespeicher löst dieses Problem nicht.
Er ist ein Kurzzeitspeicher für Stunden, kein saisonaler Speicher für Sommerstrom bis zum Winter.
Deshalb betrachten wir bei einer Kombination aus PV und Wärmepumpe eher das gesamte Energiesystem als nur die Kapazität der Batterie.
Mehr dazu erklären wir unter Photovoltaik und Wärmepumpe in Spenge.
Und wenn ein Elektroauto dazukommt?
Auch hier kommt es auf das Nutzungsverhalten an.
Steht das Fahrzeug häufig tagsüber zuhause, kann es direkt mit überschüssigem Solarstrom geladen werden.
Dann übernimmt das Auto gewissermaßen selbst einen großen zusätzlichen Stromverbraucher zur richtigen Tageszeit.
Kommt das Fahrzeug dagegen regelmäßig erst am Abend zurück, sieht die Situation anders aus.
Das bedeutet aber ebenfalls nicht automatisch, dass der komplette Ladebedarf des Autos aus dem Heimspeicher kommen sollte.
Ein Elektroauto besitzt häufig eine deutlich größere Batterie als der stationäre Stromspeicher des Hauses.
Einen Heimspeicher massiv zu vergrößern, nur um nachts ein Elektroauto daraus zu laden, ist deshalb nicht zwangsläufig die wirtschaftlich sinnvollste Lösung.
AC- oder DC-Speicher – was ist besser?
Bei einem Neubau der Photovoltaikanlage wird heute häufig ein DC-gekoppeltes Speichersystem eingesetzt.
Dabei hängen PV-Anlage und Batteriespeicher gemeinsam an einem Hybridwechselrichter.
Der Solarstrom kann relativ direkt in die Batterie geladen werden.
Bei einem AC-System besitzt der Batteriespeicher dagegen einen eigenen Wechselrichter. Das kann insbesondere bei der Nachrüstung einer bestehenden Photovoltaikanlage interessant sein.
Die Verbraucherzentrale nennt bei DC-Systemen im Durchschnitt etwas geringere Umwandlungsverluste, während AC-Systeme flexibler mit bestehenden Anlagen kombiniert werden können.
Deshalb gibt es auch hier nicht „das bessere System“ für jedes Haus.
Bei einer komplett neuen Anlage können andere Prioritäten gelten als bei einer zehn Jahre alten Photovoltaikanlage, die nachträglich einen Speicher bekommen soll.
Notstrom und Ersatzstrom sind nicht dasselbe
Dieser Punkt wird beim Angebotsvergleich häufig unterschätzt.
Auf vielen Datenblättern steht:
Backup.
Notstrom.
Ersatzstrom.
Das klingt ähnlich, kann technisch aber etwas völlig anderes bedeuten.
Ein System bietet vielleicht nur eine separate Notstromsteckdose.
Ein anderes kann ausgewählte Stromkreise versorgen.
Ein weiteres kann bei einem Netzausfall automatisch große Teile des Hauses übernehmen.
Auch verfügbare Leistung und Umschaltzeit unterscheiden sich erheblich.
Wer also erwartet, dass bei Stromausfall:
Kühlschrank,
Licht,
Internet,
Kochfeld,
Wärmepumpe
und weitere Verbraucher einfach weiterlaufen,
sollte sich vor dem Kauf genau erklären lassen, welche Funktion das angebotene System tatsächlich bereitstellt.
Die Verbraucherzentrale weist ebenfalls darauf hin, dass Not- beziehungsweise Ersatzstrom nicht bei jedem Heimspeicher zum normalen Funktionsumfang gehört.
Sollte der Speicher erweiterbar sein?
Das kann sehr sinnvoll sein.
Gerade wenn heute noch nicht feststeht, wie sich der Strombedarf entwickelt.
Vielleicht wird die Photovoltaikanlage jetzt installiert.
Die Wärmepumpe kommt aber erst in drei Jahren.
Oder das Elektroauto ist noch nicht bestellt.
Dann kann ein modular aufgebauter Speicher interessant sein.
Man startet beispielsweise mit einer Kapazität, die zum heutigen Haushalt passt, und kann später weitere Batteriemodule ergänzen.
Allerdings sollte man sich nicht nur mit dem Satz „jederzeit erweiterbar“ zufriedengeben.
Interessant sind Fragen wie:
Wie lange garantiert der Hersteller die Kompatibilität?
Können alte und neue Batteriemodule kombiniert werden?
Gibt es Grenzen bei Anzahl und Alter der Module?
Muss beim Ausbau zusätzliche Hardware eingebaut werden?
Das sind Unterschiede, die auf einem einfachen Preisvergleich oft nicht sichtbar sind.
Was hat § 14a EnWG mit einem Stromspeicher zu tun?
Ein moderner Batteriespeicher kann nicht nur Solarstrom aufnehmen.
Viele Systeme können grundsätzlich auch Strom aus dem öffentlichen Netz laden – beispielsweise bei einem dynamischen Stromtarif.
Dadurch kann der Speicher hinsichtlich seines Netzbezugs unter die Regeln des § 14a EnWG fallen.
Bei neuen steuerbaren Verbrauchseinrichtungen ab mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung gelten seit 2024 entsprechende Vorgaben.
Die Bundesnetzagentur stellt ausdrücklich klar, dass dies auch Stromspeicher betrifft, wenn ihr Ladevorgang den Strombezug aus dem öffentlichen Netz beeinflussen kann.
Die Einspeisung aus dem Speicher wird dadurch nicht gedimmt. Es geht um den Bezug aus dem Netz.
Für Häuser, in denen zukünftig PV, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox zusammenspielen, wird deshalb ein vernünftiges Energiemanagement immer wichtiger.
Warum ein Energiemanagement für moderne Häuser interessant wird
Stell dir ein Haus mit vier Komponenten vor:
Photovoltaikanlage.
Batteriespeicher.
Wärmepumpe.
Wallbox.
Dazu vielleicht noch einen dynamischen Stromtarif.
Dann ist nicht mehr nur entscheidend, wie groß der Speicher ist.
Entscheidend wird:
Wann wird geladen?
Wann entladen?
Wann läuft die Wärmepumpe?
Wann wird das Fahrzeug geladen?
Wann steht genügend Solarstrom zur Verfügung?
Und wann ist Netzstrom günstig?
Ein Energiemanagementsystem kann diese Komponenten miteinander koordinieren.
Die Bundesnetzagentur nennt die Steuerung über ein EMS ausdrücklich als interessante Lösung, wenn beispielsweise Photovoltaikanlage und Batteriespeicher gemeinsam betrieben werden. Selbst erzeugter Strom kann dabei innerhalb des Hauses berücksichtigt werden.
Für ein modernes Energiesystem kann deshalb eine gute Software langfristig genauso relevant sein wie ein zusätzliches Batteriemodul.
Kann ein Speicher mit einem dynamischen Stromtarif geladen werden?
Technisch können geeignete Systeme genau das ermöglichen.
Im Winter gibt es beispielsweise Tage, an denen die Photovoltaikanlage kaum genug Strom liefert, um den Batteriespeicher zu füllen.
Mit einem dynamischen Stromtarif kann ein dafür ausgelegtes Energiemanagement versuchen, den Speicher in günstigen Stunden aus dem Netz zu laden und den Strom später zu nutzen.
Ob sich das im konkreten Fall lohnt, hängt unter anderem ab von:
Preisunterschieden am Strommarkt,
Speicherverlusten,
Batterieverschleiß,
Netzentgelten
und der verwendeten Steuerung.
Die Verbraucherzentrale weist ebenfalls darauf hin, dass die Kombination von Batteriespeichern mit dynamischen Tarifen und variablen Netzentgelten zunehmend interessant werden kann.
Für uns wäre das allerdings ein Zusatznutzen.
Die Grunddimensionierung des Speichers sollte nicht auf spekulativen Strompreisbewegungen aufgebaut werden.
Wie lange hält ein Stromspeicher?
Solarmodule und Batteriespeicher haben unterschiedliche Lebenszyklen.
Während PV-Module über Jahrzehnte Energie erzeugen können, nennt die Verbraucherzentrale für Batteriespeicher eine erwartbare Lebensdauer von ungefähr 10 bis 15 Jahren.
Deshalb sollte beim Kauf nicht nur die Kapazität betrachtet werden.
Interessant sind unter anderem:
Produktgarantie,
Kapazitätsgarantie,
garantierte Restkapazität,
zulässige Ladezyklen,
Servicebedingungen
und die Frage, welche Komponenten von der Garantie überhaupt abgedeckt sind.
Ein Speicher mit zehn Jahren Garantie ist nicht automatisch identisch mit einem anderen Speicher mit zehn Jahren Garantie.
Das Kleingedruckte kann erhebliche Unterschiede enthalten.
Welcher Stromspeicher ist für ein Haus in Spenge der richtige?
Darauf gibt es bewusst keine Marke als pauschale Antwort.
Für uns wären zuerst andere Fragen entscheidend:
Wie hoch ist der Jahresstromverbrauch?
Wann wird der Strom verbraucht?
Wie groß ist die Photovoltaikanlage?
Kommt eine Wärmepumpe?
Gibt es ein Elektroauto?
Soll der Speicher später erweitert werden?
Ist Ersatzstrom gewünscht?
Soll der Speicher aus dem Netz laden können?
Ist ein dynamischer Stromtarif interessant?
Wie wichtig ist ein gemeinsames Energiemanagement?
Erst danach lohnt sich der Vergleich konkreter Hersteller und Systeme.
Das ist auch der Grund, warum wir herstellerunabhängig planen.
Nicht jeder Speicher passt zu jedem Haus – und nicht jedes Haus braucht dasselbe System.
Fazit: Der passende Speicher arbeitet – statt nur groß zu sein
Ein Stromspeicher kann den Eigenverbrauch einer Photovoltaikanlage deutlich erhöhen und den Strombezug aus dem Netz reduzieren.
Die wichtigste Entscheidung ist aber nicht:
5, 10 oder 15 kWh?
Sondern:
Wie viel Energie muss dieses Haus tatsächlich vom Tag in den Abend und die Nacht verschieben?
Ein größerer Speicher ist dann sinnvoll, wenn die zusätzliche Kapazität wirklich genutzt wird.
Wärmepumpe, Elektroauto und zukünftiger Verbrauch sollten dabei berücksichtigt werden. Gleichzeitig sollte man nicht versuchen, jedes zukünftige Kilowattstundenproblem mit immer mehr Batteriespeicher zu lösen.
Eine gute Auslegung berücksichtigt deshalb:
Verbrauch.
PV-Leistung.
Lastprofil.
zukünftige Verbraucher.
Ersatzstrom.
Erweiterbarkeit.
Energiemanagement.
Und erst danach die Speichergröße.
Photovoltaik und Stromspeicher in Spenge planen
Du möchtest wissen, welche Photovoltaik- und Speichergröße zu deinem Haus passt?
Mehr zur Planung vor Ort findest du unter Photovoltaik in Spenge.